Konzepte, Forschung, Publikation

WIR ARBEITEN FACHBEZOGEN

Auf dem Höhepunkt der urbanistischen Debatten zu den SCHRUMPFENDEN STÄDTEN, die auch in unserem Arbeits- und Lebensort Leipzig zu radikalem Abriss führten, haben wir zum einen die gründerzeitliche Industriebrache Tapetenwerk als private Eigentümer übernommen, um hier großflächigen Leerstand selbst zu aktivieren und preiswerte Arbeitsräume in der Stadt zu parken. Zum anderen haben wir uns entschlossen, uns als praxisorientierte Partner für eine angewandten Bauforschung zu bewerben – mit Erfolg: Bereits unseren ersten Forschungsbericht zum Leerstandsmanagment durch Nutzerbeteiligung mittels Miete-(Ver)Kauf-Pacht-Leihe (in Arbeitsgemeinschaft mit dem Büro Station C23) übernahm der Hammonia-Fachverlag des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen in sein Portfolio. Unsere zuletzt veröffentlichte Arbeit wurde im Oktober 2017 als „Bauteilkatalog Niedrigschwellige Instandsetzung“ in einer Sonderedition im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung verlegt und steht dort seitdem sehr erfolgreich - und kostenfrei - zur Verfügung.


LEERRAUM IST FREIRAUM.

Im Tapetenwerk in Leipzig haben wir 2007 große leere Fabrikräume übernommen, die damals als kostenintensiv und schwer vermittelbar galten, um sie preiswert für die Kreativwirtschaft einzurichten, die genau solche Arbeitsorte dringend brauchte. Wir wollten zeigen, daß das geht – und es funktioniert bis heute. Auch in unseren anderen Projekten bringen wir Menschen, die Leerraum verwalten und besitzen, mit Menschen, die (Frei)Raum suchen, zusammen. Gemeinsam mit ihnen entwickeln wir ein kreatives Aktivierungskonzept und machen Ziel, Weg und Ergebnis öffentlich: Unser Anspruch ist es, mit unseren Publikationen allgemeinverständliche Handbücher sowohl für interessierte Fachleute als auch für Politik, Verwaltung, private Eigentümer und andere Akteure und Entscheidungsträger zu verfassen. Dazu gehört eine ganzheitliche Herangehensweise an die jeweilige Problematik, unterstützt durch den Einsatz ausgewählter Fachgutachter unter anderem aus den Bereichen Recht, Energetische Sanierung und Brandschutz.

Aktuell arbeitet unser Team am dritten Teil eines Projekts zu Kreativen Produktionsstätten. Hier haben wir am Anfang die erfolgreichen Konzepte der alten neuen Arbeitsorte - wie das Tapetenwerk, das Westwerk oder die Baumwollspinnerei in Leipzig – analysiert und auf Übertragbarkeit geprüft. Das Ergebnis unserer anschliessenden bundesweiten Recherche findet man auf der projektbegleitenden Website: Steckbriefe von Best-Practice-Beispielen mit einem niedrigschwelligen Ansatz - d.h. niedriginvestiver Ausbau, um preiswerten Arbeitsraum für die Kreativwirtschaft anbieten zu können. Dazu haben wir einen Bauteilkatalog Niedrigschwellige Instandsetzung aufgestellt, um preiswertes (Aus)Bauen konkret, allgemeinverständlich und bildhaft zu erläutern. Diesen Bauteilkatalog unterziehen wir nun dem Praxistest und begleiten aktiv elf ausgewählte Projekte in sechs Bundesländern auf ihrem Weg zur kreativen Produktionsstätte.

ALTE DORFSCHULE m.H. – Vom Leerstand zum Multiplen Haus: Die Idee Multiples Haus für den ländlichen Raum haben wir bereits 2008 entwickelt. In Multiplen Häusern finden „Dienstleister“ wie die Gemeindeschwester, der Physiotherapeut oder die Friseurin professionelle Arbeits- und Gewerberäume, die für sie selbst im kleinsten Dorf wirtschaftlich nutzbar sind. Das Büro rb architekten hat seit 2013 verschiedene beispielgebende Modellprojekte u.a. am Stettiner Haff/ MVP und im Wurzener Land/S bei der Aktivierung eines regionalen „mH-Netzwerk Daseinsvorsorge“ moderierend begleitet und dokumentiert. Hier werden vor Ort von der konkreten Bedarfsermittlung über erste Raum- und Nutzungspläne bis hin zur Wirtschaftlichkeitsprognose regional angepasste Praxiskonzepte für diese flexible, wirkungsvolle und sehr preiswerte Form eines Mehrfunktionshauses entwickelt und von uns auch entsprechend zertifiziert. 

Ansprechpartner für die o.g. Projekte ist ab sofort das LEIIK Leipziger Institut für Kommunikation.