Schirmherrin seit 2015: Dr. Eva-Maria Stange, Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst

Präambel und Konzept 2019
Die Ausstellung in 2019 soll das in den vergangenen vier Jahren realisierte Projekt „Paradigma Blickwechsel“ fortsetzen. Paradigma Blickwechsel setzt sich aus drei Komponenten zusammen: Ausstellung, Kunstpreis, Fachworkshop. An diesem Dreiklang möchten die Leipziger Initiatorinnen Peggy Liebscher, Elke Pietsch und Jana Reichenbach-Behnisch vom Tapetenwerk Leipzig auch in diesem Jahr festhalten. Im Rahmen der Ausstellung 2019 sollen Werke aus künstlerischer Perspektive zum Thema „Arbeitswelten_copyright“ (Arbeitstitel) gezeigt werden – verortet, aber nicht nur in der Auseinandersetzung mit dem Stadtteil Plagwitz-Lindenau. Sowohl im Leipziger Westen als auch im Umland mit seinen Tagebaulandschaften entstand nach dem Mauerfall eine besondere Situation der tabula rasa. Neben prosperierenden Industriestandorten der Gründerzeit wie Plagwitz-Lindenau, verloren auch sie nach der Wende ihre ursprüngliche Bedeutung. Doch seit gut einer Dekade werden diese unterschiedlichen Industrieräume nachhaltig entwickelt und neu besetzt. Aus alten Fabrikanlagen wie dem Tapetenwerk entwickeln sich Produktionsstätten mit professionellen Arbeits- und Kunsträumen für die Kreativwirtschaft. Hier trifft jeden Tag Manufaktur auf Digitalisierung, Idee auf Produkt, Original auf Kopie. Die Arbeitswelten ändern sich – radikal und nicht nur im Osten Deutschlands.

Ausstellung und Kunstpreis 
Den Arbeiten von Leipziger FotografInnen, welche traditionell im Focus der Ausstellung stehen, werden zeitgenössische Werke aus den Bereichen Malerie, Grafik und Skulptur gegenübergestellt.

KünstlerInnen 2019:
Georg Brückmann, Rainer Jacob, Marie-Eve Levasseur, Marcel Noack, Jochen Plogsties, Fabian Reimann, Björn Siebert, Daniela Takeva, Kay Zimmermann und die Preisträgerin PARADIGMA Blickwechsel 2018 Birgit Schuh
KuratorInnen 2019: Hjördis Baacke, Dipl. Bildende Kunst und Ullrich Kopsch, Dipl. Politologe

Im Rahmen des Projekts wird auch in diesem Jahr - und damit bereits zum fünften Mal – ein Kunstpreis ausgeschrieben werden, welcher mit 2000 EUR dotiert ist. Dieser Betrag soll der Produktion eines Werkes zum Thema „Arbeitswelten“ dienen, das in der Ausstellung im Folgejahr gezeigt wird. Die Ausschreibung richtet sich an KünstlerInnen, welche mit Leipzig verbunden sind oder waren. Neben den Initiatorinnen und UnterstützerInnen des Projekts konnten auch in diesem Jahr weitere namhafte Fachjuroren gewonnen werden.

PreisträgerInnen PARADIGMA Blickwechsel:
2015 Lada Nakonechna (Ukraine/ Leipzig)
2016 Petra Polli (Italien/ Leipzig)
2017 Ya-Wen Fu (Taiwan/ Leipzig)
2018 Birgit Schuh (Deutschland/ Dresden)

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Fachworkshop
Neben einer thematischen Ausstellung und der jährlichen Auslobung eines Kunstpreises hat sich der Fachworkshop im Projekt „PARADIGMA Blickwechsel“ als öffentliche Plattform für einen Diskurs zu aktuellen Themen wie den Neuen Arbeitswelten, den Produkten kreativer Arbeit in einer Wissensgesellschaft und an historischen Produktionsstätten, bewährt. Im Oktober 2015 wurde in diesem Rahmen unter dem Titel „Räume-Rechte-Mittel“ über künstlerische Nachlässe als besonderem Produkt kreativer Arbeit und seiner Sichtbarmachung gesprochen, auch mit Blick auf das industriekulturelle bauliche Erbe Sachsens mit entsprechend interessanten (Leer)Räumen. Im Oktober 2016 tauschten sich Fachleute und Gäste unter dem Titel „Meine Hand für mein Produkt – Neue Werktätige an alten Arbeitsorten“ darüber aus, wo und wie heute die Produkte kreativer Arbeit entstehen. Das vordergründig positive Bild, das die Best-Practice-Beispiele niedrigschwelliger Fabrikaktivierung und ihre kreativen Nutzer zeigen, sollte ein ausreichender Grund für den Ausbau eines nachhaltigen Netzwerks auch über die Grenzen Sachsens hinaus sein. Damit bietet sich sowohl die Möglichkeit zur wirtschaftlichen Unterstützung junger Selbstständiger aus den verschiedensten Branchen als auch zum einfachen und preiswerten Erhalt der alten Produktionsorte – und damit eines bedeutenden Bestandteils unserer (Industrie)Kultur. Dieser Diskurs wurde aufgrund des großen Interesse und der offensichtlichen Relevanz im Oktober 2017 und 2018 im Rahmen der Fachworkshops mit Inputvorträgen, Podiumdiskussionen und in Arbeitsgruppen weitergeführt.

Das konkrete diesjährige Thema COPYRIGHT wird nicht nur für KünstlerInnen und andere KreativwirtschaftlerInnen zunehmend zu einem existenziellen Thema. Die zentralen Gesprächspunkte wie die Gegenüberstellung alter und neuer Arbeitswelten und Arbeitsräume in der Stadt und auf dem Land, eine Neudefinition des Arbeitsbegriffs in unserer Gesellschaft, aber auch der praxisorientierte Austausch zwischen den Akteuren neuer Wirtschaftszweige mit Entscheidungsträgern aus Politik, Wissenschaft und Verwaltung, werden im Oktober 2019 wieder im Focus stehen.

Unsere Experten im Workshop 2019 sind u.a.:
Silke Wagler ist Kunsthistorikerin und leitet seit 2006 den Kunstfond Sachsen an den Staatlichen Kunstsammlungen in Dresden. Sie ist anerkannte Expertin für den künstlerischen Nachlass der DDR mit dem Schwerpunktthema Kunst am Bau.
Hans-Dieter Hegner hat als Referatsleiter im Bundesbauministerium die Themen Bauforschung und Kunst-am-Bau engagiert betreut, bevor er zum Vorstand Bau an das Humboldtforum in Berlin berufen wurde. Dort bringt er nun Manufaktur und moderne Kunst unter ein (Ausstellungs-)Dach.
Jochen Plogsties hat u.a. bei Neo Rauch Malerei studiert und beschäftigt sich in seinen aktuellen Werken konkret mit dem Thema Kopie. Er ist Teilnehmer der diesjährigen Gruppenausstellung PARADIGMA Blickwechsel.
Cord Panning ist Landschaftsarchitekt und managt als Parkdirektor und Geschäftsführer der Stiftung „Fürst-Pückler-Landschaftspark Bad Muskau“ auch ein denkmalgeschütztes Brauereigebäude, das seit Jahren auf eine kreative Nutzung wartet.
Marco Beckendorf hat u.a. einen Lyrikbuchverlag gegründet, bevor er Bürgermeister der 2000-Seelen-Gemeinde Wiesenburg im Fläming wurde. Dort sollen jetzt ein Coworking-Space und ein Co-Dorf entstehen.
Dr. Andreas Bischof ist Kultursoziologe und arbeitet am Institut für Medienforschung an der Technischen Universität Chemnitz. Seit 2017 begleitet er den Oktober-Workshop aktiv als Fachmoderator.
In den Arbeitsgruppen diskutieren die (Bau-)Fachgutachter Ingo Andernach, Energetische Sanierung, Reinhard Eberl-Pacan, Brandschutz, und Peter Sterzing
, Recht, wie in den vergangenen Jahren wieder kreative Lösungen für die niedrigschwellige Aktivierung von Leerraum.

Die Ergebnisse der Workshops werden dokumentiert und publiziert.

Halle C01, Tapetenwerk Leipzig, Lützner Straße 91, 04109 Leipzig, www.tapetenwerk.de

PARADIGMA Blickwechsel 2019_ copyright
Gruppenausstellung Fotografie, Malerei, Grafik, Skulptur

Ausstellung vom 12. Oktober bis 09. November 2019
Öffnungszeiten: Mi bis Sa 13:00 bis 18:00 Uhr
Das Tapetenwerk ist offizieller DO-Spot der Designmesse DESIGNER’S OPEN Leipzig.
Sonderöffnungszeiten zu den DO: Sa, 26.10., + So, 27.10.,11:00 bis 18:00 Uhr
Führungen durch die Ausstellung am DO-Sa und DO-So jeweils um 15:00 Uhr

Freitag, den 11. Oktober 2019  

ab 12:30 Uhr       Fachworkshop Arbeitswelten_copyright (Arbeitstitel/ in Vorbereitung) 
im Anschluss gegen
18:00 Uhr         Führung durch die Ausstellung
18:30 Uhr                Vernissage und Verleihung des Kunstpreises PARADIGMA Blickwechsel 2019
Eröffnung der Ausstellung durch die Schirmherrin, die Initiatorinnen und die KuratorInnen
Laudatio zum Projekt-Jubiläum: Prof. Dr. Herwig Guratzsch, ehm. Direktor des Museums der bildenden Künste Leipzig
Die teilnehmenden KünstlerInnen sind zur Vernissage anwesend.


PARADIGMA Blickwechsel ist ein Projekt der Leipziger Initiatorinnen Peggy Liebscher, Elke Pietsch, Jana Reichenbach-Behnisch 
und Anna Louise Rolland (bis 2017) mit Unterstützung engagierter BürgerInnen und Firmen. 
Veranstalter seit 2018: Leipziger Institut für Kommunikation LEIIK gGmbH im Tapetenwerk in Leipzig / www.leiik.de / www.tapetenwerk.de