Schirmherrin seit 2015: Dr. Eva-Maria Stange, Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst

Präambel und Konzept
Die Ausstellung in 2018 soll das in den vergangenen drei Jahren realisierte Projekt „PARADIGMA Blickwechsel“ fortsetzen. PARADIGMA Blickwechsel setzt sich aus drei Komponenten zusammen:

Ausstellung, Kunstpreis, Fachworkshop.

An diesem Dreiklang möchten die Leipziger Initiatorinnen und Kuratorinnen Peggy Liebscher, Elke Pietsch, Maria Ondrej vom Atelier für Radierung in der Baumwollspinnerei und Jana Reichenbach-Behnisch vom Tapetenwerk Leipzig auch in diesem Jahr festhalten. Im Rahmen der Ausstellung 2018 werden Werke aus künstlerischer Perspektive zum Thema „Arbeitswelten – analog/digital“ (Arbeitstitel) gezeigt – verortet, aber nicht nur in der Auseinandersetzung mit dem Stadtteil Plagwitz-Lindenau. Sowohl im Leipziger Westen als auch im Umland mit seinen Tagebaulandschaften entstand nach dem Mauerfall eine besondere Situation der tabula rasa. Neben prosperierenden Industriestandorten der Gründerzeit wie Plagwitz-Lindenau, verloren auch sie nach der Wende ihre ursprüngliche Bedeutung. Doch seit gut einer Dekade werden diese unterschiedlichen Industrieräume nachhaltig entwickelt und neu besetzt. Aus alten Fabrikanlagen wie dem Tapetenwerk entwickeln sich Produktionsstätten mit professionellen Arbeits- und Kunsträumen für die Kreativwirtschaft. Hier trifft jeden Tag Manufaktur auf „Kopfarbeit“, analog auf digital. Die Arbeitswelten ändern sich – radikal und nicht nur im Osten Deutschlands. 

Ausstellung und Kunstpreis 
Den Arbeiten von Leipziger FotografInnen, welche traditionell im Focus der Ausstellung stehen, sollen in diesem Jahr insbesondere zeitgenössische Werke aus den Bereichen Grafik und Malerei gegenübergestellt werden.
Im Rahmen des Projekts soll auch 2018 - und damit bereits zum vierten Mal – ein Kunstpreis ausgeschrieben werden, welcher mit 2.000 EUR dotiert ist. Dieser Betrag soll der Produktion eines Werkes zum Thema „Arbeitswelten“ dienen, das in der Ausstellung im Folgejahr gezeigt wird. Neben den Initiatorinnen und Unterstützern des Projekts konnten wieder namhafte Fachjuroren gewonnen werden wie Aline Fiedler, MdL und des Sächsischen Kultursenat, Dresden, Suzanne Herbert, rkw architekten + Stadtplaner, Düsseldorf, Dr. Caren Marusch-Krohn, Kunsthistorikern, Stadt Leipzig, Elke Pietsch, Kulturwissenschaftlerin und Kuratorin, Leipzig, Dr. Daniel Diekmann, GF ID GmbH, Berlin, Lucian Patermann, Künstler, Leipzig, Dr. Stefan Schulz, Bund Bildender Künstler Leipzig

PreisträgerInnen PARADIGMA Blickwechsel:
2015 Lada Nakonechna (Ukraine), Absolventin der National Academy of Fine art and Architecture, Kiew
2016 Petra Polli (Italien), Absolventin der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig bei Prof. Annette Schröter
2017 Ya-Wen Fu (Taiwan), Absolventin der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig bei Prof. Alba d’Urbano

Zur Ausstellung erscheint in jedem Jahr ein Katalog.

Fachworkshop
Neben einer thematischen Ausstellung und der jährlichen Auslobung eines Kunstpreises hat sich der Fachworkshop im Projekt „PARADIGMA Blickwechsel“ als öffentliche Plattform für einen Diskurs zu aktuellen Themen wie den Neuen Arbeitswelten, den Produkten kreativer Arbeit in einer Wissensgesellschaft und an historischen Produktionsstätten, bewährt.
Im Oktober 2015 wurde in diesem Rahmen unter dem Titel „Räume-Rechte-Mittel“ über künstlerische Nachlässe als besonderem Produkt kreativer Arbeit und seiner Sichtbarmachung gesprochen, auch mit Blick auf das industriekulturelle bauliche Erbe Sachsens mit entsprechend interessanten (Leer)Räumen. Im Oktober 2016 tauschten sich Fachleute und Gäste unter dem Titel „Meine Hand für mein Produkt – Neue Werktätige an alten Arbeitsorten“ darüber aus, wo und wie heute die Produkte kreativer Arbeit entstehen. Das vordergründig positive Bild, das die Best-Practice-Beispiele niedrigschwelliger Fabrikaktivierung und ihre kreativen Nutzer zeigen, sollte ein ausreichender Grund für den Ausbau eines nachhaltigen Netzwerks auch über die Grenzen Sachsens hinaus sein. Damit bietet sich sowohl die Möglichkeit zur wirtschaftlichen Unterstützung junger Selbstständiger aus den verschiedensten Branchen als auch zum einfachen und preiswerten Erhalt der alten Produktionsorte – und damit eines bedeutenden Bestandteils unserer (Industrie)Kultur. Dieser Diskurs wurde aufgrund des großen Interesses und der offensichtlichen Relevanz im Oktober 2017 im Rahmen eines Fachworkshops mit Inputvorträgen und Arbeitsgruppendiskussionen weitergeführt. Zentrale Gesprächspunkte waren - neben der Gegenüberstellung alter und neuer Arbeitswelten und einer Neudefinition des Arbeitsbegriffs in unserer Gesellschaft - Stichworte wie Arbeiten 4.0, das Für und Wider eines bedingungslosen Grundeinkommens, aber auch der praxisorientierte Austausch zwischen den Akteuren neuer Wirtschaftszweige mit Entscheidungsträgern aus Lehre, Wirtschaft und Verwaltung. Die Ergebnisse der Workshops werden jeweils dokumentiert und publiziert.

Der Fachworkshop 2018 ist wie bereits 2017 eine Kooperation zwischen PARADIGMA Blickwechsel und dem Bundesforschungsprojekt „Niedrigschwellige Instandetzung brachliegender Industrieanlagen für die Kreativiwrtschaft (IBKW)/ Teil 3: Begleitforschung“. Für Interessierte stehen auf der projektbegleitenden Website www.kreative-produktionsstaedte.de des Projektpartners IBKW auch jeweils die Publikationen zu den Workshop-Ergebnissen als Foto- und Textdokumentation zum pdf-Download zur Verfügung.

Halle C01, Tapetenwerk Leipzig, Lützner Straße 91, 04109 Leipzig, www.tapetenwerk.de

PARADIGMA Blickwechsel 2018: Arbeitswelten – Analog/Digital 
Gruppenausstellung Fotografie, Grafik, Skulptur u.a. mit den Werken von 
Fritz Diekmann, Neta Dor (ISR), Christiane Eisler, Peter Franke, Aika Furukawa (JPN), Fabian Heublein, Günther Huniat, Daniela Junghans, Axel Kießig, Heinz Mäde, Joachim Rosse, Marion Wenzel sowie der Preisträgerin PARADIGMA Blickwechsel 2017 Ya-Wen Fu (TWN)
Ausstellung vom 06. Oktober bis 10. November 2018 
Öffnungszeiten: Mi bis Sa 13:00 bis 18:00 Uhr  
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.  

Freitag, den 05. Oktober 2018 
Fachworkshop Arbeitswelten 4.0 – Analog, digital,....kreativ? - kleine Bildergalerie hier

im Anschluss gegen  

18:30 Uhr         Vernissage
                Performance der Künstlerin Ya-Wen Fu, Kunstpreisträgerin 2017 und 
Eröffnung der Ausstellung durch Thomas Früh, 
Abteilungsleiter Kunst im Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst und durch die Initiatorinnen und Kuratorinnen sowie
Verleihung  des Kunstpreis 2018

im Anschluss
Führung durch die Ausstellung mit den Kuratorinnen - die teilnehmenden KünstlerInnen sind anwesend.