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Präambel und Konzept 2020

Die Ausstellung in 2020 soll das in den vergangenen fünf Jahren realisierte Projekt „PARADIGMA Blickwechsel“ fortsetzen. Paradigma Blickwechsel setzt sich aus drei Komponenten zusammen: Ausstellung, Kunstpreis, Fachworkshop. Im Rahmen der Ausstellung 2020 sollen Werke aus künstlerischer Perspektive zum Thema „Arbeitswelten_LANDSCHAF(F)T“ gezeigt werden – verortet, aber nicht nur in der Auseinandersetzung mit dem Stadtteil Plagwitz-Lindenau: Sowohl im Leipziger Westen als auch im Umland mit seinen Tagebaulandschaften entstand nach dem Mauerfall eine besondere Situation der tabula rasa. Neben prosperierenden Industriestandorten der Gründerzeit wie Plagwitz-Lindenau verlieren auch sie nach und nach ihre ursprüngliche Bedeutung. Seit gut einer Dekade werden unterschiedliche Industrieräume nachhaltig entwickelt und neu besetzt. Aus alten Fabrikanlagen wie dem Tapetenwerk entwickeln sich Produktionsstätten mit professionellen Arbeits- und Kunsträumen für die Kreativwirtschaft. Hier trifft jeden Tag Manufaktur auf Digitalisierung, Idee auf Produkt, Original auf Kopie. Die Arbeitswelten ändern sich radikal – in der Stadt wie auf dem Land und nicht nur im Osten Deutschlands.

Ausstellung und (k)ein Kunstpreis 

Fotografischen Arbeiten, welche traditionell den Schwerpunkt der Ausstellung bilden, werden zeitgenössischen Werke aus den Bereichen Malerei, Grafik und Skulptur gegenübergestellt.

Dabei soll 2020 der Austausch zwischen Stadt und Land im Focus stehen: Leipziger KünstlerInnen, die sich mit der Landschaft als Genre und/oder der veränderten Arbeitswelt auf dem Lande beschäftigen, treten mit ihren Arbeiten in den Dialog mit Themen, Arbeitsweisen und Umsetzungen von KünstlerInnen, die ihren
Lebensmittelpunkt auf dem Land gefunden haben. Die daraus entstehenden Synenergien und Kontakte sollen in weiterführenden Projekten nachhaltig ausgebaut werden, u.a. in gemeinsamen Symposien und Wanderausstellungen im ländlichen Raum.

KünstlerInnen 2020 u.a. Sarah Diekmann, Fabian Reimann und Jochen Plogsties, Preisträger PARADIGMA Blickwechsel 2019
KuratorInnen 2020: Hjördis Baacke, Dipl. Bildende Kunst, und Hans-Ulrich Kopsch, Dipl. Politologe

Im Rahmen des Projekts sollte auch 2020 - und damit bereits zum sechsten Mal – ein Kunstpreis ausgeschrieben werden, welcher mit 2000 EUR dotiert sein sollte. Dieser Betrag sollte wieder der Produktion eines Werkes zum Thema „Arbeitswelten“ dienen, das in der Ausstellung im Folgejahr gezeigt werden sollte. Die Ausschreibung sollte sich an KünstlerInnen richten, welche mit Leipzig verbunden sind oder waren, oder die aktuell im ländlichen sächsischen Raum leben und arbeiten. Aufgrund der
außergewöhnlichen Situation durch die COVID-19-Pandemie und der daraus resultierenden aktuellen Finanzlage für das Projekt kann 2020 zum großen Bedauern der InitiatorInnen und KuratorInnen kein Kunstpreis ausgeschrieben werden.

PreisträgerInnen PARADIGMA Blickwechsel:
2015 Lada Nakonechna (Ukraine/ Leipzig)
2016 Petra Polli (Italien/ Leipzig)
2017 Ya-Wen Fu (Taiwan/ Leipzig)
2018 Birgit Schuh (Deutschland/ Dresden)
2019 Jochen Plogsties (Deutschland/ Leipzig)

Die Ausstellung wird dokumentiert.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Fachworkshop

Neben einer thematischen Ausstellung und der jährlichen Auslobung eines Kunstpreises hat sich der Fachworkshop im Projekt „PARADIGMA Blickwechsel“ als öffentliche Plattform für einen Diskurs zu aktuellen Themen wie den Neuen Arbeitswelten, den Produkten kreativer Arbeit in einer Wissensgesellschaft und an historischen Produktionsstätten, bewährt. Im Oktober 2015 wurde in diesem Rahmen unter dem Titel „Räume-Rechte-Mittel“ über künstlerische Nachlässe als besonderem Produkt kreativer Arbeit und seiner Sichtbarmachung gesprochen, auch mit Blick auf das industriekulturelle bauliche Erbe Sachsens mit entsprechend interessanten (Leer)Räumen. Im Oktober 2016 tauschten sich Fachleute und Gäste unter dem Titel „Meine Hand für mein Produkt – Neue Werktätige an alten Arbeitsorten“ darüber aus, wo und wie heute die Produkte kreativer Arbeit entstehen. Das vordergründig positive Bild, das die Best-Practice-Beispiele niedrigschwelliger Fabrikaktivierung und ihre kreativen Nutzer zeigen, ist die Grundlage für den Ausbau eines nachhaltigen Netzwerks auch über die Grenzen Sachsens hinaus. Damit bietet sich sowohl die Möglichkeit zur wirtschaftlichen Unterstützung junger Selbstständiger aus den verschiedensten Branchen als auch zum einfachen und preiswerten Erhalt der alten Produktionsorte – und damit eines bedeutenden Bestandteils unserer (Industrie)Kultur. 

Dieser Diskurs wurde aufgrund des großen Interesse und der offensichtlichen Relevanz der Fachworkshops mit Inputvorträgen, Podiumdiskussionen und in Arbeitsgruppen zu Themen wie ANALOG_DIGITAL oder COPYRIGHT in den vergangenen Jahren fortgeführt.

Die zentralen Gesprächspunkte wie die Gegenüberstellung alter und neuer Arbeitswelten und Arbeitsräume in der Stadt und auf dem Land, eine Neudefinition des Arbeitsbegriffs in unserer Gesellschaft, aber auch der praxisorientierte Austausch zwischen den Akteuren neuer Wirtschaftszweige mit Entscheidungsträgern aus Politik, Wissenschaft und Verwaltung, sollen im Herbst 2020 unter dem Arbeitstitel LANDSCHAF(F)T mit besonderem Blick auf den ländlichen Raum wieder im Focus stehen.

Experten im Workshop 2020 u.a.:
Thomas Krahl, Bürgermeister der Stadt Bad Muskau in der sächsischen Lausitz 
VertreterIn ausgewählter sächsischer Projekte der kreativen Leerstandsaktivierung auf dem Land: Bad Muskau, Augustusburg, Bad Düben, Schneeberg, Thallwitz und Glauchau
In den Arbeitsgruppen diskutieren die (Bau-)Fachgutachter Ingo Andernach, Energetische Sanierung, Reinhard Eberl-Pacan, Brandschutz, Peter Sterzing, Recht, Georg Blüthner, Baudetails und Michael Köppl, Finanzierung und Förderung, wie in den vergangenen Jahren wieder kreative Lösungen für die niedrigschwellige Aktivierung von Leerraum.

Die Ergebnisse der Workshops werden dokumentiert und publiziert.

Halle C01, Tapetenwerk Leipzig, Lützner Straße 91, 04109 Leipzig, www.tapetenwerk.de

PARADIGMA Blickwechsel 2020_ LANDSCHAF(F)T 
Gruppenausstellung Fotografie, Malerei, Grafik, Skulptur
Ausstellung vom 28. November bis 12. Dezember 2020 
Öffnungszeiten: Mi bis Sa 13:00 bis 18:00 Uhr
Führungen durch die Ausstellung samstags jeweils um 15:00 Uhr

Freitag, den 27. November 2020  

13:00 Uhr Fachworkshop Neue Arbeitswelten_Landschaf(f)t
im Anschluss 
18:00 Uhr                Vernissage PARADIGMA Blickwechsel 2020
Eröffnung der Ausstellung durch die Initiatorinnen und die KuratorInnen
Die teilnehmenden KünstlerInnen sind zur Vernissage anwesend.



PARADIGMA Blickwechsel ist ein Projekt der Leipziger Initiatorinnen Elke Pietsch, Jana Reichenbach-Behnisch, Peggy Staffa 
und Anna Louise Rolland (bis 2017) mit aktiver Unterstützung engagierter BürgerInnen und Firmen. 
Veranstalter seit 2018: Leipziger Institut für Kommunikation LEIIK gGmbH im Tapetenwerk in Leipzig / www.leiik.de / www.tapetenwerk.de

PARADIGMA Blickwechsel steht seit 2015 unter der Schirmherrschaft der Sächsischen Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst